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Gastkommentar: Lauer Power

Gastkommentar: Lauer Power

By am 20 Sep 2014 in Berlin, Blog | 0 comments

Ein Beitrag von „Schaulustiger“ (Quelle)

Gott, nein! ER ist von uns gegangen, die personalisierte Spalt-Tablette im sprechenden Sakko. Aber nicht „uns“, wie in „wir Piraten“ sondern „uns“, wie „wir, die Netzgemeinde“. Wir, die wir demütig die Auftritte des Klaus Kinskis für Dorfdiscos bewundern durften; wie wir andächtig der wohlfeilen Rhetorik harrten, die nach kunstvoll ausgedehnten Zigarettenpäuschen sich sobald climaxlos in Pöbeleien gegen den GegenüberInnen verirrte, etwas das Kunstbanausen und vaterlandslose DSL-Light-Gesellen dann sofort als „billige Polemik“ diffamierten! Die, die ihr nie das Antlitz Gottes schauen durften, so schweiget denn ob seines Niedergangs!

Die #Piraten+ boten ihm willfährig jahrelang die Bühne und zerfleischten sich jedes mal gegenseitig im hehren Kampf zwischen Meinungsfreiheit und Parteiräson. Jeder darf mitmachen! Und wenn er laut genug ist, wird er (nur weiße Maskus!) sogar gehört. Und jetzt, wo die letzte Piratenmesse gesungen ist und die stählerne Hand der Ordnungsmaßnahme drohend aus dem – trotz Manipulationen – nicht erreichten BuVo-Himmel ragt, packt der Zirkus zusammen und rollt einfach aus der Stadt? Aber haben wir, die treuen Fans, die Twitterultras und Südkurven-Blogger, nicht ein Anrecht darauf, von unseren D-Netz-Prominenten unterhalten zu werden und uns zwischen Fremdschämen und selbstgerechtem Zorn die Freakshow mit einer Popcornschale im feuchten Schoß anzuschauen? Das schreit nach einer ePetition! Wenn nicht gar nach Solidaritätsbannern auf unseren Katzenbild-Fanseiten! Lauer, verlass uns nicht! Lass uns nicht allein mit Lobo und Fefe im Netz der Milliarden zurück!

Pfui, Polemik! Orientieren wir uns lieber an Martin Delius, der ruhigen Hand der Vernunft (Metaphern aus der Hölle des Anatomiebuchs) im Hintergrund der Berliner Piraten, der seine „die Piraten haben den steilsten Aufstieg seit der NSDAP“-Phase ja überwunden zu haben schien. Und zahlreiche andere intellektuelle Ausfälle gegen die Bundespartei, die für zahlreiche Berliner Piraten ja doch immer nur ein störendes Anhängsel des selbsternannten Elitepiraten-Zirkels gewesen ist. Das Liquid Feedback, bei dem jeder mitmachen und von einem Superdelegierten überstimmt werden konnte. 1337! Da macht „Mitmachen“ doch gleich Laune! ZB mit Anträgen wie der Forderung nach mehr Frauen in der Politik, bevor man sich einen rein männlichen Vorstand wählte. Diese Ironie! Um nach der Wahl dann – logischerweise – noch vehementer das Gendern zu fordern! Oder das Hissen der Antifa-Flagge über den Köpfen von Leuten, die

  1. nicht gefragt wurden,
  2. ziemlich pissig werden, wenn sie nicht gefragt werden,
  3. zu Dingen, bei denen sie erstmal nicht gefragt werden, auf Distanz gehen und
  4. noch pissiger werden, wenn man sie dann als „Nazis“ beschimpft. Ja, also, genau der Delius. Mit den unvergessenen Solidaritätstweets zum Bombergate (es gab nie ein Bombergate, es gab einen grundlosen Orgstreik und grundlose, vaterslandverräterische Rücktritte von Bundesvorsitzenden!), dem absoluten Unverständnis des nachfolgenden Orgastreiks und fröhlich-humorigen antideutschen Tweets, die sich hauptsächlich um „Kartoffeln“ drehten. So kämpft man heutzutage gegen Stereotypen und für Akzeptanz!

Also, nach all den Störfeuern aus Berlin würde es mich tatsächlich wundern, wenn CL nicht aufgrund einer Rücksprache mit MD dieses „Leak“ lanciert hätte. Sag zum Abschied leise „F*** You“. Ein wenig Politik der verbrannten Erde, gute alte zynische Bunkerpolitik von selbsternannten Eliten, bei denen die Realität unerwartet an die Stahltüre klopft. Halt der schnellste Niedergang seit der NSDAP 45. Oh. Pardon (<- gilt innerhalb von Piratenkreisen als offizielle Entschuldigung!). Mit „Anzönden“ und so. Würde das nicht mehr Sinn machen, als ein Leak zB seitens des BuVo, der immer noch versucht, die Parteireste zusammenzuhalten? Mit der „Haltet den Dieb“-Politik würde Delius jedenfalls auch nach den Piraten noch gut bei anderen Parteien unterkommen. Bei Lauer haben zumindest schon die Grünen angefragt. Denen graut auch fei vor nix mehr. Jedenfalls knallten bei zahlreichen Piraten schon die Sektkorken und es gab eine „Rücktrittschallenge“, für die Delius nominiert wurde. Rücktritt aus der Partei bedeutet ja nicht Rücktritt vom Mandat. Die Kohle kann man doch noch mitnehmen! Kritik daran ist „Nachtreten“, eine der wenigen Fußballmetaphern, die sich in den Köpfen der Elitepiraten wohl verfangen hatte. Leider hier zum Täterschutz missbraucht und vermutlich auch deshalb nie aus den Fussballregeln heraus ins bürgerliche Recht übernommen. Nur eine ruhige Partei ist nämlich eine erfolgreiche Partei. Deshalb hat man Lauer&Co jahrelang pöbeln lassen. Was, wenn man es so Revue passieren lässt, vielleicht kontraproduktiv zu „eine ruhige Partei“ gewesen ist. Die metaphysische Dialektik einer solchen Denkweise bleibt dem Normalsterblichen wohl auf ewig verborgen. Andererseits: es war ja auch immer einer von uns! Einer von uns! Und die Sache mit dem Dank für die Bomben auf Dresden, dem Mollie auf die russische Botschaft, das öffentliche Fertigmachen von Parteikollegen, das manipulieren, Täuschen und Lügen auf Parteiveranstaltungen, alles im wohlwollenden Sinne einer imperialistisch orientierten USA-Politik bei zeitgleicher (!) Arbeit für Flüchtlinge (warum die wohl flüchten mussten!? Ey, ich weiss es ja auch nicht!), das alles diente vermutlich dem Erhalt der inneren Parteiruhe. Wenn man schlußendlich Grabesstille dazurechnen möchte. Dafür herzlichen Dank, lieber Lauer, lieber Delius. Der Zirkus zieht weiter, die bärtige Dame in der Freakshow wird ordentlich gegendert und die Polit-Clowns tanzen demnächst durch eine andere Manege. Es ist doch letztendlich wie ein schrecklicher Unfall, bei dem man nicht wegsehen kann.

Gott, ich liebe die Show!

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