Rechtsstaat ist und Bürgerrechte sind, was DU draus machst!

Quod licet Iovi, non licet bovi

Quod licet Iovi, non licet bovi

By am 7 Jan 2014 in Blog | 4 Kommentare

Das Jahr ist noch Jung und seit meiner letzten „offiziellen“ Wortmeldung sind nun etliche Monate vergangen.

Monate, in denen nicht nichts passiert ist, aber ob das, was dort zwischenzeitlich von und in der Piratenpartei stattfand unbedingt als „gut“ deklariert werden kann, darüber werden wohl die Meinungen weeeeeeeit auseinander gehen.

Vielen, um nicht zu sagen allen, dürfte meine kritische Einstellung (als Nichtmitglied) der Partei gegenüber mittlerweile bekannt sein. Oft genug kriege ich dafür ja auch ein „Halt´s Maul“ auch mal ein „Halt Dich ´raus, Du bist kein Pirat!“ und ab und an auch mal ein „Dich kriegen wir auch noch“ zu hören, woran ich mich mittlerweile aber auch gewöhnt zu haben scheine. Vielleicht ist es ein Zeichen für das einseitig, externe Aushärten der piratigen Filter-Bubble? Was außen steht, hat auch dort zu bleiben, nur was von innen kommt, ist dazu bestimmt nach außen getragen zu werden. Externe Einflüsse sind Störeinflüsse…
hmm hmm macht Sinn, besonders, wenn diese von den Menschen kommen, die man nach wie vor gerne, wenngleich auch mit immer mäßigerem Erfolg, dazu bewegen möchte, dass Sie das Kreuz bei der nächsten Wahl dort machen, wo das P im Kreise thront.

Wie schon vor meinem letzten Artikel, habe ich mich gerade in jüngster Zeit, als politikinteressierter Bürger, ausgiebig in meinem breitgefächerten persönlichen Umfeld ausgetauscht, nicht zuletzt auch im Hinblick auf die bevorstehenden Europawahlen. Hierzu sei erwähnt, dass sich mein Umfeld in keinster Weise homogen zusammensetzt! Ich umgebe mich nicht mit Personen, die ausschließlich einer „Kaste“ angehören. Von A wie Akademiker, AA wie arbeitsloser Anarchist, über S wie Staplerfahrer & Student, bis zu Z wie Zoll-Beamter findet hier eigentlich (fast) jeder Buchstabe des Alphabets mehrfach eine, mit ihm beginnende, Berufsgruppe, womit wohl eine gewisse repräsentative Mannigfaltigkeit gewährleistet sein dürfte. Soviel zu den einleitenden Worten, mit denen ich nun zum Pudel´s Kern übergehen möchte.

Meine Betrachtungen zu HAMBURG/#hh2112

Auch wenn die Debatte um #hh2112 nach wie vor nicht abgeebbt und von Pofalla für beendet erklärt ist, möchte ich an dieser Stelle nur am Rande auf die eigentlichen Vorkommnisse dieser Tage eingehen. Mein persönliches Negativ-Highlight bestand gar nicht einmal in der eskalierten Gewalt, sondern vielmehr in einer simplen, aber nichts desto trotz mehr als vielsagenden Äußerung eines (Berliner) „Piraten“ auf Twitter, der es ganz klar ablehnt, sich mit autonomen Steinewerfern zu entsolidarisieren und es ferner ablehnt, diese zu isolieren und aus der Demo zu werfen.

hh2112-solidarisierungMitSteinewerfern

Für viele, die dies lesen (mich eingeschlossen), stellt dies nichts anderes als die Legitimierung der ultimativen Eskalation dar (nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund der dies schreibenden Person, respektive der üblichen Äußerungen/Tätigkeiten, die sonst von dort kommen!).

Natürlich muss auch von mir an dieser Stelle erwähnt sein, dass es sich bei nicht(!) allen, in Hamburg auf die Straße gegangenen, um Autonome-Krawall-Chaoten handelte! Ich bin durchaus davon überzeugt, dass es viele, wenn nicht sogar den Großteil derer, die demonstriert haben, aus redlichen und überzeugten Gründen auf die Straße gezogen hat, um friedlich zu demonstrieren, für die Flora, für die „Kulturstätte“, für Lampedusa. Warum es aber einige gibt, die zu glauben scheinen, dass es den Lampedusa-Refugees hilft, wenn man möglichst viel Bambule, Chaos und Feuer verbreitet, Steine & Flaschen wirft und sich Straßenschlachten liefert, will sich mir auch nach vielen geführten Gesprächen nicht wirklich erschließen. Im Grunde stellt der gezeigte Screenshot, so man denn will, ein wunderbares Abbild genau dieses Clashs dar!

Wie das ebenfalls in Hamburg anwesende NRW-MdL Birgit „den Linksextremismus gibt es nicht“ Rydlewski in ihrem Blog schrieb:

Mit mehreren Freund*innen und Kollegen (aus dem Abgeordnetenhaus Berlin und aus dem Landtag NRW) wollte ich für den Erhalt der “Roten Flora”, für das Bleiberecht für Refugees sowie gegen den inakzeptablen Umgang mit den Menschen der “Esso-Häuser” in Hamburg demonstrieren.

Und weiter

Dort standen wir eine Weile ziemlich eingequetscht, aber sicher. Wir kämpften uns später weiter bis zur Polizeiabsperrung. Der Kollege versuchte, mit Hilfe seines Abgeordnetenausweises durch zu kommen, was misslingt.

Zählt man als aufmerksamer Betrachter 1:1 zusammen, so kann man durchaus davon ausgehen, dass es sich bei der Teilnahme/Anwesenheit in Hamburg am 21.12 um eine Tätigkeit politischer Mandatsträger, respektive der Anwesenheit dieser Personen in Ihrer Funktion als Mitglieder der Piraten handelt und es KEINE reine Freizeitaktivität aus persönlicher Überzeugung geschweige denn politisch unmotiviert war.
Nun wären die Piraten ja (für uns Außenstehende)nicht die Piraten, wenn sie es nicht doch immer noch mal irgendwie hinkriegen würden, neben all dem ohnehin schon bestehenden (Kommunikations)Chaos, einfach noch mal eins drauf zu setzen.

Dies geschah dann mit einem offiziellen Statement des neu gewählten Bundesvorstands Mahn-Gauseweg & Wirth. Letzterer schreibt, Zitat:

»Das autonome Zentrum ist ein Symbol für die Auswirkungen der rasant fortschreitenden Gentrifizierung in nahezu allen deutschen Großstädten und steht für das allgemeine Gefühl zunehmender sozialer Kälte. Die Demonstranten kämpfen nicht nur um ein Gebäude, sondern um ihre Lebensräume und selbstbestimmten Lebensentwürfe. Sie dabei zu unterstützen und ihr Wohl nicht dem Profitstreben einiger weniger unterzuordnen, muss die Aufgabe der Politik sein.«

Im Vorfeld bemerkt „CMG“

»Das Vorgehen der Polizei gegenüber den Demonstranten vor der Roten Flora bewerten wir nicht nur als unverhältnismäßig, sondern als aktiven Grundrechtseingriff«, erklärt Carolin Mahn-Gauseweg, stellvertretende Vorsitzende der Piratenpartei Deutschland. »Gerade nach den Geschehnissen rund um die Blockupy-Proteste in Frankfurt lässt sich ein derart rücksichtsloses Verhalten seitens der Ordnungskräfte nur mit dem bewussten Willen zur Eskalation erklären.«

Wir halten fest

Ein Berliner AGH´ler, der die Entsolidarisierung mit gewaltbereiten Steinewerfern strikt ablehnt und ein Bundesvorstand, der eine absolut einseitige (wenngleich nicht gänzlich falsche) Situationsbetrachtung der Vorkommnisse vornimmt, das Vorgehen der Polizei scharf verurteilt, aber mit keiner Silbe auf die durchaus vorhandenen Autonomen Steineschmeißer eingeht, geschweige denn, sich hiervon distanziert oder sich gar verurteilt.

Anstatt hierzu auf der offiziellen Homepage ggf. noch eine ergänzende Nachmeldung zu bringen, schreibt CMG einen Tag später später via Twitter:

CaroMahnGauseweg23122013

Mal ehrlich, Frau Mahn-Gauseweg: WAS sind denn bitteschön die Grundsätze der Piraten, denen nach wie vor uneingeschränkt Glauben geschenkt werden kann und darf, wo es keine Sonderlocken gibt und wo es keinen „Napoleon“ gibt, der eben doch gleicher ist als manch andere Tiere?

Ich könnte an dieser Stelle auch auf die „Grundsätze des gesunden Menschenverstands“ verweisen, nach welchen es sich per se und von selbst verbietet homophob, xenophob oder wie auch immer ophob zu sein. Gleiches gälte im Übrigen auch dafür, Leute wahllos und vorschnell gerne mal als Nazi, Masku oder dergleichen zu titulieren…aber wie wir alle wissen, gibt es das…und zwar leider beides.
Doch während eins „das ultimativ Böse“ ist und geächtet gehört, stellt sich „das andere ultimativ Böse“ gerne als Heilsbringer der Menschheit dar.
Warum ich das jetzt anspreche? Wohl nicht zuletzt im Hinblick auf den

BPT141

(Bundesparteitag 2014.1)

Bochum, Teil meiner früheren Heimat dem Ruhrgebiet und wohl der Ort an dem die höchste Currywurstbuden pro Einwohnerkopf-Dichte herrscht…weltweit!
Ja, ich gebe zu, kurzfristig war ich versucht, mir den Stream zu geben, ging es doch um nichts Geringeres, als die Aufstellung der Kandidaten zur Europaparlaments-Wahl. Spannendes Thema für eine derart junge Partei.

Aber nachdem ich um kurz vor 2 folgendes Foto sah, war mein Bedarf dieser Veranstaltung von daheim aus zu folgen auch schon wieder gedeckt:

PapaSchlumpf04012014

Mein erster Gedanke war und da will ich ganz ehrlich sein: WHAT THE FUCKIN´ SHITFUCK?

Es war weniger die Tatsache, dass diese beiden, parteifremden Flaggen überhaupt aufgehängt waren, sondern vielmehr das Fakt, WIE und WO sie in Szene gesetzt wurden. Mittig, zentral, eingerahmt vom „schmückenden Beiwerk“ offizieller Plakate der Partei. Zentraler Blickfang möchte man meinen. Warum auch nicht, schließlich ist es ja einer der Parteigrundsätze, dass alle MENSCHEN gleich sind und man gegen ausländerfeindliche oder rassistische Strömungen ist…hmmm, dann ergibt sich jedoch die Frage:
WARUM, hängt man diese beiden Fahnen auf, wenn man doch bisweilen vorausgesetzt hat, dass die Grundsätze der Piraten doch „auch so“ verstanden werden/verstanden sind und weiter noch WARUM entscheidet man sich für die Fahne einer Gruppierung, die sich im wahrsten Sinne des Wortes HASS auf die Fahne(n) schreibt, die militant durchaus zu ihren Attributen zählt, die auch durchaus regelmäßig und nachweislich in Zusammenhang mit diversen Straftaten, gerne auch Körperverletzung und schwerer Sachbeschädigung gebracht wird?
Oder einmal bildlich ausgedrückt, quasi ein kleines „best of“:

bestofBPT141

Eine Gruppierung der es mitunter darum geht den Staat zu bekämpfen, die Gewalt als Mittel zum Kampf rechtfertigt, ja mitunter gar zwingend haben will. In deren Sprachwortschatz das Wort „Polizist“ nicht vorkommt, sondern es gänzlich durch „Bullen(schweine)“ ersetzt worden ist.

Eine Gruppierung, oder zumindest Teil einer Gruppe, die sich mittlerweile in Ihrer Methodik und Rhetorik kaum mehr von denen unterscheiden, deren Gegenpol sie vor geraumer Zeit gebildet haben.
Vielen Lesern sind wohl genug radikale & radikal-rhetorische Beispiele von (den nahezu immer gleichen) Personen bekannt, da geht es dann z.B. um „anzönden“ was nicht auf ein lustiges Grillhappening bezogen ist und „KeinFussbroich“ (oder so).

Wenn man DANN auch noch in der glücklichen Lage ist, seine nicht ganz so redlichen Ansichten und Aktionen mit einem, sagen wir mal nur als hypothetisches Beispiel mal, Ausweis der die Zugehörigkeit einer bestimmten politischen, unantastbaren „Kaste“ bezeugt zu kaschieren, dann ist man schon ein ganz ganz großer Held im Zelt…aber darum brauchen wir uns bei den durchweg sozial eingestellten und bedingungslos an den Gleichheitsgrundsatz aller Personen ja keine Sorgen machen. Dieser Gleichheitsgrundsatz gilt natürlich vor allem für die Mitglieder der eigenen Partei, wie sich an nachfolgendem Bild eindeutig erkennen lässt…

FlaggenvollmachtVL-BPT141-04012014

Oder mit anderen Worten formuliert:

Wenn Du eventuell Bedenken oder ein Problem damit hast, dass diese Fahnen einer, nicht unbedingt als friedlich-pazifistischen Gruppierung auf dieser Veranstaltung als „Schmuck“ hängen, dann is´uns das ziemlich Tinte!

Ein, wie ich finde, ziemlich kaltschnäuziger Schlag in´s Gesicht all jener, die die (Pir) AntiFa eher kritisch beäugen/kommentieren und vor allem jener, die in der Asylpolitik und deren Änderung nicht zwingend die primäre Existenzberechtigung der Piraten sehen!

Die Zahl der öffentlichen Unmutsbekundungen war jetzt gar nicht mal sooooo gering möchte ich meinen. Von „ich schäme mich dafür“ über „das kann und darf nicht sein“, bis zum ungläubigen „was soll das?“

Aber für eigentlich alle kritischen Anmerkungen fanden sich schnell ein paar „liebe“ Worte Seitens der Antifanten, mit denen dann ein „Ich muss nicht in der AntiFa sein, um gegen Rassismus zu sein“ schnell mal mit einem „Scheiß-Nazi“ mundtot gemacht wurde… Mundtot, ich glaube DAS trifft es sehr gut! Wie soll man sonst die oben gepostete Textdatei sonst titulieren, als ein allgemeines Mundtot-Machen? Wer seine Probleme an die VL ´ranträgt kann so ganz easypeasy mit Verweis auf den „Aushang“ abgewiesen werden…und was folgt dann? „Wem´s nicht passt, der kann gehen?“ (Aber bitte vorher noch den Mitgliedsbeitrag entrichten!)

Sieht so eine Mitmachpartei aus? Ist es das, was die Piraten zwischenzeitlich unter „Mitbestimmung“ verstehen? Eine äußerst eigene Definition einer sehr individuellen Neo-Transparenz-Demokratie?
Ich bin mir mehr als sicher, dass der Großteil der Mitglieder die ehrenwerten und gewaltlosen Ziele einer antifaschistischen Weltanschauung und –ordnung vertreten & leben! Allerdings ist der Teil, der diese Fahne aktiv schwingt und dafür sorgt, dass diese als „Saalschmuck“ derart zentral gehisst wird, nach allem was ich (und durchaus nicht wenig Leute in meinem Umfeld) so sehen, nicht unbedingt bei den friedliebenden, buddhistischen Pazifisten einzuordnen.

Es tut mir leid, liebe Piraten, aber solange Ihr Euch nicht massivst(!) von Leuten distanziert, die linke Gewalt als zulässige und „gute“ Gewalt rechtfertigen, leben und ausüben, habt Ihr mehr als nur ein kleines Massivproblem. Es gibt KEINE Unterschiede, wenn es um Gewalt geht! Diese lässt sich niemals rechtfertigen! Es gibt keine gute, nur ausnahmslos schlechte Gewalt, auch wenn einige geistige tiefst Tiefflieger gerne dazu tendieren dies andere glauben machen zu wollen, weil sich die eigene, linke Gewalt doch gegen das „böse Rechts“ und eine „übermächtige böse Staatsmacht“ richtet. Auch wenn manch einer aus Euren Reihen eher weniger denn mehr rhetorisch geschickt versucht, davon zu überzeugen, dass es „DEN Linksextremismus“ nicht gibt.

Dies zeugt in meinen Augen nur umso mehr von der vorherrschenden Doppelmoral, der parteiinternen bi-polaren, dissozialen Störung, die einige der lautstarken, ideologisch indoktrinierten Personen befallen hat.

Dies mag vielleicht nur ein kleiner, zahlenmäßig überschaubarer Personenkreis sein, der es jedoch versteht „echte“ Piraten, die anderer Meinung und Überzeugung, oder „sozial gemäßigt“ im Auftreten sind, nur allzu gern und allzu schnell mundtot zu kriegen, wie zum Beispiel über entsprechende Blocks in sozialen Medien (um das Wort #blockempfehlung jetzt erst gar nicht zu erwähnen!). Dass der „normale“ Pirat, ob solchem Gebarens lieber schweigt, um nicht zu sagen lieber überschaubare Kraft in ein Contra investiert, ist nur mehr als verständlich! Zwar prallen wohl von jedem Menschen, der weiß, dass er selbst kein „Nazi“ oder „Abschaum“ ist, derartige Titulierungen und Diskreditierungen ab, wie Wasser von einer, mit Nanopartikeln beschichteten Windschutzscheibe, dennoch ist diese, sich unweigerlich stets anschließende Pseudodiskussion mehr als nur enervierend und Zeit raubend. Auch wenn diese Diskussionen von Seiten der Rudel führenden Claqueure gerne mal im Kasernenton beendet werden! Natürlich nicht ohne herablassend und überheblich auf Fragen NICHT einzugehen, bzw. sein Gegenüber (für das eigene Ego?) „rund zu machen“.

Wir alle kennen wohl inzwischen diese „Bashmobs“, die sich in Sekundenschnelle zusammenrotten und den „geistigen Ideologie-Führern“ bedingungslos und treu, bis in den Tod ergeben sind, stoisch und monoton, wie eine, auf eine Hand voll Führer programmierte Roboterarmee, die nicht zu denken scheint, aber bereitwillig im Sinne der jeweiligen Input-Lords „handelt“, sobald diese auf´s Knöpfchen drücken.

Zum Zeitpunkt, wo ich diese Zeilen schreibe überbieten sich wieder die Vertreter des „radikal autonomen Lagers“ mit abstrusen Rechtfertigungs- bzw. ErklärUndVerbesserungsversuchen.

„Mit der Flagge wollte man ein Bekenntnis und eine Haltung gegen den Faschismus setzen“
…und dann schließt sich jetzt der Kreis: Wieso muss man DAS jetzt, so auf diese kaltschnäuzig provokante Art und Weise machen? Steht das nicht auch in den Grundsätzen der Piratenpartei, dass sie gegen Faschismus ist…analog zum Thema „gegen Gewalt“…zu dem ja, wie bereits oben geschrieben, dann doch lieber geschwiegen wurde?
Das Ganze erinnert Zusehens an ein Kasperle-Theater, bei dem jeder versucht, den größten Kasper über die Bühne zu schieben und möglichst viel „Tri Tra Trullala“ von sich geben zu können…

Für mich (persönlich) steht jedenfalls fest:
Ob „die AntiFa“ nun existiert, oder wie manche Leute gern verklausulieren, eben nicht, das Logo auf der am BPT 141 gehissten Flagge findet sich regelmäßig auf Flyern, Fahnen und Webseiten, die unverhohlen zur Gewalt gegen den Staat, Gewalt gegen „die Feinde der Revolution“, Gewalt gegen materiellen Besitz anderer, Hass, Widerstand und „Konsequenzen für/gegen den Deutschen Staat“ aufrufen.
Dies ist meiner Auffassung nach nicht nur äußerst bedenklich, dass eine politische Partei nun selbiges Symbol derart zentral in ihren Reihen duldet, es ist für mich an Perversion kaum mehr zu überbieten, dass Personen, die sich hierdurch und mit einem ähnlichen Gedankengang „gestört“ fühlen, hier plattgebügelt werden…und zwar direkt mal von höherer offizieller Stelle!
Wer also sagt, man muss nicht AntiFa sein, um Antifaschist zu sein, wird also dann mal eben auf´s „HaltsMaulPaul!“-Gleis geschoben.
Nehmen wir uns nun noch einmal der Parteigrundsätze an, so dürfte ja JEDER Pirat bekennender Antifaschist sein.
Glaubt man den Aussagen, eben jener, die es der eigenen Meinung nach gar nicht als „die Gruppierung“ gibt, dann ist die Zahl derer, die zum „harten Gewalt legitimierenden Kern“ gehören im Vergleich zur Gesamtmitgliederzahl innerhalb der Partei, dann doch sehr überschaubar, korrekt?
Wenn nun ein Antifaschist von Grundsatz wegen (wir erinnern uns & sprechen dieser Gruppe einmal und ausnahmsweise auf Grund der Mehrheit eine gewisse DEUTUNGSHOHEIT zu) aus zuvor genannten Erscheinungsgründen des einschlägig thematisierten AntiFa-Symbols, ein Problem mit dem „Saalschmuck“ einer Minderheit hat, so hat er dies kommentarlos zu tolerieren, auch wenn er damit in Verbindung stehende, oder im nahen Umfeld stattfindende Gewalt- und Straftaten auf das Schärfste verurteilt…Es wird ja in Kauf genommen.

Was bin ich nun also? Enttäuscht, entsetzt, ernüchtert, erzürnt, gefrustet oder gar angewidert? Was davon…oder doch von jedem gleich ein kleiner, großer Teil?
In meinem letzten Artikel schloss ich mit einem Verweis auf Golding´s „lord oft he flies“.
In diesem kam mir undweigerlich und gleich zu Beginn des Schreibens das alte lateinische Sprichwort

Quod licet Iovi, non licet bovi

Oder passender noch in seiner mutmaßlichen Ursprungsform

„Aliis si licet, tibi non licet.“
(Wenn es anderen erlaubt ist, so doch nicht dir)

In den Sinn. Ein wunderbares Sinnbild für die vielgepriesene (dann aber doch eher selektive) Vielfalt, derer sich die Piraten rühmen. Gleiches Recht für alle, aber einigen eben immer ein bisschen mehr davon.

Demokratie & Mitbestimmungsrecht ist in diesem Falle das, was ausschließlich andere von Dir, für die Umsetzung der eigenen Interessen einfordern.

Sicherlich bin ich mir durchaus darüber im Klaren, dass es nach diesem Artikel im Best Case ausschließlich zu den Üblichen Beleidigungen und Anfeindungen kommen wird.
„Personen“, denen dieser Artikel gegen den Strich geht und nicht passt, werden sicher (mal wieder) die ein oder andere, meist eher wenig innovative Aktion initiieren, wie auch immer die dieses Mal aussehen mag.
Sofern dies passiert, sei Euch gesagt:
Ihr seid bemitleidenswert, wenn Ihr nicht einmal in der Lage seid, eine Konversation respektvoll, mindestens auf dem Niveau eines 5-Klässlers zu führen.
Ihr habt mein tiefstes Mitleid für Euer Unvermögen, Euch und Eure Ansichten verbal, sozial verträglich und kultiviert in Dialog & Diskurs vorzubringen & Eurem Konversationspartner (ganz gleich auf welcher Ebene und in welchem Medium) mit dem Respekt und Umgangston zu begegnen, den Ihr selbst für Euch doch so gern einfordert!

Liebe Piraten,
ich wünsche der Partei sicherlich nichts Schlechtes, aber ich wünsche Ihr ENDLICH eine baldige Genesung und Gesundung, ob nun ich die eine Richtung, oder die andere…unwählbar seid Ihr für mich nicht erst seit der Geschehnisse rund um diesen Post, aber spätestens jetzt, scheint sich das neue Gesicht der „NeoUltraPiraten“ zu zeigen. Viele kleine Bausteine ergeben ein großes Gesamtbild…und diese, noch recht frische Werk, hat Euch bereits viele potentielle Stimmen für die Zukunft gekostet.

Macht was ihr wollt, aber macht (endlich) was.

 

    4 Kommentare

  1. Yepp!

    In den ’80ern war ich noch in der Antifa. Als die sich immer mehr gebärdeten, wie ihr brauner Counterpart, habe ich meinen Hut genommen. Prompt wurde ich genau so behandelt, als wäre ich ein Nazi. „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ – so das Selbstverständnis dieser Leute.

    Da werden einem dann die Fahrradreifen zerstochen, die Bremsen sabotiert und man bekommt sogar Morddrohungen. Was man halt eher von der Mafia erwartet. Seitdem ist die Antifa für mich gestorben. Es gibt sicher einige gute Leute dort – aber die radikalen Extremisten sind die, die zu oft den Ton angeben.

    lawgunsandfreedom

    14. Januar 2014

  2. tl;dr

    Es scheint jedenfalls nicht so, als waeren die optionen zum entfernen der flaggen von der versammlung besonders effektiv ausgeschoepft worden:
    http://dak1lla.de/?p=1760

    rob

    9. März 2014

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