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Politik-1.0 vrs. Morlang

Politik-1.0 vrs. Morlang

By am 17 Apr 2013 in Blog | 0 comments

 

Wie es scheint, hat sich die Berliner SPD  in Sachen Sabotage missliebiger Konkurrenz nun endgültig auf den Piraten Alexander Morlang eingeschossen.

Unter Zuhilfenahme medialen Säbelrasselns (SPD geht auf Piratenjagd) ließ sie öffentlich verlauten, einen Antrag zur Abwahl Morlangs als Vorsitzenden des ’Ausschusses für digitale Verwaltung, Datenschutz und Informationsfreiheit’ zu stellen.

Nun bin ich – spätestens  seit Morlangs meiner ansicht nach dummer wie aussichtsloser Klage gegen Simon Lange – wahrlich kein Morlang-Fanboy. Und deshalb könnte das Ansinnen der Damen und Herren ’Sozialdemokraten’ auch rundweg nachvollziehen, sofern es dafür eine wenigstens halbwegs hinreichende inhaltliche Begründung gäbe. Doch siehe da: Eine solche sucht man vergebens.

Stattdessen stößt man auf das moralisierende Geseire einer sich in rapidem Abwärtstrend befindlichen ehem. ’Volkspartei’, die im Laufe ihrer unrühmlichen Geschichte mehr als einmal über Leichen ging.

Zwar hätten dem Kurierbericht zufolge, die Grünen den Antrag der SPD unterstützt. Und nach einer Meldung auf popcornpiraten.de hätte sich dem auch die CDU angeschlossen, doch all das ändert nichts an der Tatsache, dass es – zumindest den Medienberichten nach zu urteilen – mit einer möglichen inhaltlichen Begründung des Antrags äußerst dürftig ausgesehen hätte.

Deshalb stimmt es gerade angesichts der sachfernen Begründungslage des mögl. Antrags verwunderlich, dass die Fraktion der Berliner Piraten im Abgeordnetenhaus bekanntgab, dass Alexander Morlang einem möglichen Antrag zur Abwahl mit einem sofortigen Rücktritt zuvorkommt.

Darin heißt es seitens Morlang:

“Nach reichlicher Überlegung trete ich mit sofortiger Wirkung vom Vorsitz des Ausschusses für Digitale Verwaltung, Datenschutz und Informationsfreiheit zurück. Die Gründe dafür liegen auch im persönlichen Bereich, aber vor allem bin ich der Meinung, dass dieser junge Ausschuss es nicht verdient hat, durch persönliche Animositäten gelähmt zu werden. Mir ist wichtig, dass dieser Ausschuss die inhaltliche Arbeit machen kann, für die er geschaffen wurde. Digitale Verwaltung, Datenschutz und Informationsfreiheit sind Gebiete, auf denen Berlin auch heute noch großen Nachholbedarf hat.”

Oha! Alexander Morlang hat es im Hinblick auf eine weitere konstruktive Arbeit vorgezogen, mögliche Scharmützel zu vermeiden. Respekt! Ein vergleichbares Verhalten sucht man in den Reihen der SPD vergebens: Dort klebt z.Bsp. der Regierende Bürgermeister förmlich in seinem Sessel, und trotz zahlreicher vergeigter Großbaustellen, grassierenden Sozialabbau, steigender Wohnungsnot und einer zunehmenden Unterfinanzierung der Bezirke ist er nicht bereit, die längst überfällige Verantwortung für die Misswirtschaft seiner Partei zu übernehmen, indem er sich – besser heute als morgen – verabschiedet. Das ist Politik 1.0, wie sie im Buche steht.

Alexander Morlang hingegen – und mit ihm die Piratenpartei – hat, ohne viel Wind darum zu machen gezeigt, dass es auch anders geht.

Deshalb habe ich mir nun einfach mal die wirklich nur ganz kleine Mühe gemacht nachzuschauen, inwiefern denn die Vorwürfe gegen Alexander Morlang substanziell, also in der Sache selbst, begründet sind ?

Um es vorweg zu nehmen:

Angeführt werden – ausgerechnet von den Agenda 2010 Parteien SPD und Grüne –  allesamt Gründe, die mit der tatsächlichen Arbeit Alexander Morlangs im Berliner Abgeordnetenhaus nichts zu tun haben.

Dafür wird sich jedoch auch seitens der SPD darüber mokiert, dass der Abgeordnete der Piratenpartei Berlins eine vermeintliche Ex-Freundin als Ex-Fickse’ bezeichnete. Die nicht uninteressante Frage, ob es sich dabei womöglich tatsächlich um eine ’Ex-Fickse’ handelte, bleibt leider ungestellt. Das ist schade. Denn so erfahren wir auch nichts über die doppelmoralische Altherren-Sexualmoral, die sich hinter derartigen Vorwürfen verbürgt.

All den verklemmten Damen und Herren Sozialdemokraten, die sich beileibe nicht vorstellen wollen, welch ausgeprägte Libido in so mancher Piratenbrust pocht, sei deshalb ein kurzer Blick in das Onlineangebot internationaler Erotik- und Partnerschaftsportale empfohlen. Und siehe da: Nicht jede Person, mit der man sich über einen lediglich temporären Zeitraum hinweg hin und wieder zum gemeinsamen Stelldichein verabredete, muss gleich eine ’Freundin’ im Sinne des umgangssprachlichen Wortgebrauchs gewesen sein. Weshalb auch?

Von manch einer Dame weiß man vielleicht nicht einmal den richtigen Namen. Denn welcher Name ist schon der ’richtige’ Name einer Onlinebekanntschaft, die es wünscht, am liebsten als Nutte, Stute, geile Sau oder gar Dreckstück bezeichnet zu werden, bevor man sich mit ihr via Internet zum gemeinsamen Sadomaso-Clubbesuch verabredet?

Nicht, dass hier dergleichen nachweisbar vorgefallen wäre. Aber immerhin, es liegt durchaus im Bereich des Vorstellbaren. Ebenso denkbar, wie Tatsache, dass Alexander Morlang womöglich nichts dagegen hätte, von besagter ehem. Gespielin im Gegenzug als Ex-Ficker, Stecher, Bulle oder gar Strammer Hengst benannt zu werden. Denn im Zeitalter aufgeklärter Sexualmoral sind all das durchaus geläufige Begriffe für unterschiedlichste Beziehungszusammenhänge, die sich zuweilen zwischen Männlein und Weiblein, Männlein und Männlein, Weiblein und Weiblein usw. und weit jenseits herkömmlicher Rollenmodelle in Sachen Partnerschaft finden.

Sicher, in kleinbrügerlich-konservativen Gehörgängen mag all dies etwas befremdlich klingen. Doch allein, wenn man sich einmal auf der alljährlich stattfindenen Osterparade der strammen Lederboys, Drag Kings und –Queens umhört, zu welcher der Regierende-Arm-aber-Sexy’-SPD-Bürgermeister Klaus Wowereit ein öffentliches Grußwort geschrieben hat wird klar:

Bezeichnungen wie Ex-Ficke oder Ex-Ficker sollten demnach längst auch schon für SPD-Abgeordnete vergleichbar züchtiger Natur sein.

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http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/e3/Tied_on_Pavement_at_Folsom.png/220px-Tied_on_Pavement_at_Folsom.png

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Mit ihrer unhinterfragten Kritik an zeitgemäßen Benennungen von mögl. Weise lediglich zeitlich eng begrenzten Partnerschaften rein sexueller Natur begibt sich die Berliner SPD im Sinkflug auf das Niveau des  Berliner Innensenators Frank Henkel, der noch 2005 die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des multisexuellen Strassenfestes in Berlin Schöneberg als eine Gruppe von Leuten bezeichnete,

die ihren Lebenssinn darin sehen, abartige Sexualmethoden zu praktizieren

http://www.queer.de/detail.php?article_id=3353

http://www.morgenpost.de/img/bilder/crop106232514/2640699161-ci3x2l-h307/Innensenator-Henkel-erwartet-keine-Eskalation-der-Gewalt-am-1.jpg

Deshalb ganz klar, liebe SPD:

Wenn schon skandalisieren, dann bitte nicht auf Kosten lang erkämpfter sexueller Freiheiten, für die noch vor wenigen Jahren sogar die eigene Partei eintrat. Stattdessen hätte es ihnen besser gestanden, sich von Alexander Morlang – auch in Bezug auf die vielfältigen Möglichkeiten eigenen sexuellen Lustgewinns – ein Update auf heutzutage Mögliches geben zu lassen.

Doch stattdessen gieren sie auf einen unter profilneutrotischen Gesichtspunkten sicherlich begehrenswerten Vorsitzposten in irgendeinem Ausschuss. Wie schnöde.

Und dazu scheint beinahe jedes Mittel willkommen, keine Diffamierung zu plump.

Da wird z.Bsp. eine temperamentvolle Interaktion zwischen 2 Piraten zur “Fast-Keilerei“ und “Ukrainischen Verhältnissen“  hochgeschrieben, obwohl es über die Grenzen der Piraten hinaus bekannt ist, dass Morlang hörgeschädigt ist und bei lauten Klatschgeräuschen unter extremen Schmerzen leidet. Vor diesem Hintergrund sind öffentliche Kommentare wie vom SPD-Abgeordneten Sven Kohlmeier… Ukrainische Zustände bei den Piraten!“ und seinem AGH-Kollegen Lars ObergSteht gerade eine Meditation an oder doch eher eine Massenschlägerei?“ schlichtweg menschenverachtend und an Gehässigkeit kaum zu überbieten. Pfui SPD! Eine Partei, die sich erdreistet, tatsächlich noch immer unter dem Label ’sozial’-demokratisch zu firmieren und dabei solcherlei Verhalten in ihren eigenen Reihen nicht nur duldet, sondern deren Protagonisten auch noch als junge Wilde’ verhätschelt, hat sich offenkundig jedweder Basis moralisierender Stellungnahmen beraubt. Deshalb sollte an dieser Stelle zunächst einmal Fragen nach der ’Würde der SPD’ gestellt werden, bevor es darum geht, politische Konkurrenten von irgendwelchen begehrlichen Pöstchen zu schubsen!

http://www.tagesspiegel.de/berlin/abgeordnetenhaus-handfester-streit-zwischen-zwei-piraten-/8003294.html

Doch – haha! – von wegen Würde der SPD! Es geht ja noch weiter:

Als es in unmittelbarer Folge einer unter sozialen Gesichtspunkten schier unglaublichen und eines Sozialstaates rundweg unwürdigen Räumung einer offensichtlich erkrankten Seniorin (Rosemarie F., 67) aus ihrer Wohnung zu deren Tod kommt, zeigt sich Alexander Morlang äußerst empathisch. Emotional schwer mitgenommen reagiert er auf eine womöglich als himmelschreiend wie unverfroren scheinheilig empfundene Twitter-Nachricht Lars Obergs mit einer Anspielung auf ein altbekanntes Zitat:

http://popcornpiraten.de/wp-content/uploads/2013/04/w8g7gn377-iu.png

Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten! – Wer macht uns frei? Die Kommunistische Partei!“

Besagtes Zitat war höchstwahrscheinlich als eine Anspielung auf die unrühmliche Geschichte der SPD gemeint: “Der Spruch entstand vermutlich aufgrund des Verrates an den Arbeiter- und Soldatenräten der Novemberrevolution 1918, in der Weimarer Republik, als sich SPD-Ebert mit den rechten Freikorps verbündete, um Teile der eigenen Genossen niederschießen zu lassen, damit er hinterher ungehindert die Weimarer Republik ausrufen konnte.“ Das so entstandene Zitat der damals verbitterten und betrogenen linken Genossen hat sich aufgrund diverser unrühmlicher SPD-Vorfälle bis heute gehalten. Und spätestens seit Einführung der Agenda 2010 unter SPD-Kanzler Schröder (*jener ’sozial‘-demokratische Kanzler, der Putin als ’lupenreinen Demokraten‘ bezeichnete und unmittelbar nach seiner Regentschaft anfing, für Gasprom zu arbeiten) erfreut es sich im Volksmund wieder äußerster Beliebtheit.

(Zu gleichen Ausrufen kam es übrigens auch anlässlich der ’Märzrevolution’ von 1920, der größten bewaffneten Arbeiteraktion, die es in Deutschland je gab – als die SPD den Arbeiteraufstand der auf 50.000 Mann geschätzten ’Rote Ruhrarmee’ von der Reichswehr niederschießen ließ.)

http://armstrongeconomics.files.wordpress.com/2013/02/nov-1918-revolution-berlin.jpg?w=584&h=351

http://de.wikipedia.org/wiki/Roter_Frontk%C3%A4mpferbund

http://www.plakatkontor.de/images/malsovverraten12106.jpg

http://www.ahriman.com/image/buecher/wiegand220.jpg

http://www.youtube.com/watch?v=BZGnb2d3BkA

Das sich nun also, ausgerechnet jetzt anlässlich des Todes von Rosemarie F. prominente Vertreter der SPD erdreisten, sich öffentlich über das Thema Sozialabbau profilieren zu wollen, ist eine pietätlose Dreistigkeit, die ihresgleichen sucht. Sich dann auch noch im Nachgang – und vermutlich auch ein bisschen in Trauer um die misslungene Propaganda – über den nicht unpassenden Seitenhieb Alexander Morlangs zu echauffieren, ist die Krönung des Ganzen.

*Mimimi

09.2010 –

Der Senat plant zwar mittlerweile, diese Reglung für bestimmte Sozialwohnungen abzuschaffen, doch die 28.000 vom Wegfall der Anschlussförderung betroffenen Wohnungen sollen von der Gesetzesänderung ausgenommen werden. So würde für die nächsten 30 Jahre weiterhin über den Köpfen von zehntausenden Menschen das Damoklesschwert des jederzeitigen Wohnungsverlustes schweben. Herr Wowereit kommentierte dieses nur in Berlin existierende, bundesweit einzigartige „mietrechtliche Vakuum“ übrigens mit folgenden Worten: „Jeder, der in eine solche Wohnung einzieht, weiß ja, worauf er sich einlässt.
http://www.abriss-berlin.de/blog/2010/09/16/schutzlos-im-unsozialen-wohnungsbau/

aktuell – http://www.abriss-berlin.de/blog/#post-2863

und:

“In einem Antrag mit Sofortabstimmung (Drs. 17/0783) hat gestern die Grüne Fraktion das Land Berlin aufgefordert, heute im Bundesrat für eine Verbesserung der Mietrechtsnovelle der schwarz-gelben Bundesregierung zu votieren. Doch Wowereit und Co. haben die unsoziale Mietrechtsnovelle von Kanzlerin Merkel sogar noch unterstützt, weil eine Enthaltung faktisch als Zustimmung gilt. Das Abstimmungsverhalten Berlins ist nicht akzeptabel und gefährdet den sozialen Frieden der Stadt.“
http://www.gruene-fraktion-berlin.de/presse/pressemitteilung/mietrechtsnovelle-im

Mann-oh-mann..

Bei so viel Scheinheiligkeit ist es nicht verwunderlich, wenn Menschen auf gepflegte Umgangsformen zu pfeiffen beginnen und einfach mal ganz spontan quer über den Tisch kotzen.

Aber halt, einen hab ich noch, denn… – nicht nur, dass der letzte Link auf eine Internetseite der Grünen verweist, nein, auch die Grünen haben Alexander Morlang nicht mehr lieb. Denn auch an ihre Adresse gerichtet erlaubte sich der Berliner Pirat vor einiger Zeit einen dezenten Hinweis auf die Geschichte der mittlwerweile im ’Bürgerlichen Lager’ angekommenen Partei:

Morlang vermeldete – zugegebenermaßen mit wenig diplomatischen Ambitionen –  via Twitter:

“„nazis, kinderficker und anders gesocks gehörten doch fest zu den grünen der achziger und neunziger. einige sind noch heute da.““

Natürlich war daraufhin die Aufregung bei den Grünen groß. Denn Anspielungen auf die dunklen Kapitel der Gründungsjahre werden ungern gehört:

Christian Ströbele:

““Es waren nur wenige, die solche Positionen [*Pädophilie] vertraten, aber sie waren ungeheuer fordernd und aggressiv.“ Auch sei ein Parteitag der Grünen durch die Indianerkommune fast gesprengt worden, als diese das Plenum zeitweise besetzte. “ – http://www.taz.de/!51494/

zzgl.:

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?dig=2010/04/22/a0003

und, noch immer prominentes Mitglied der Grünen – Daniel Cohn-Bendit:

http://www.youtube.com/watch?v=M0qvkg2nzg8

aktueller Streit um Cohn-Bendit:

Verfassungsgerichts-Präsident Voßkuhle will keine Festrede für Cohn-Bendit halten. Grund sind anrüchige Passagen aus einem Buch vor fast 40 Jahren…“
http://www.n-tv.de/politik/Die-70er-holen-Cohn-Bendit-ein-article10298401.html

Und Seitens der CDU:

CDU: Ein Pädophiler ist nicht preiswürdig
http://www.rp-online.de/politik/deutschland/cdu-ein-paedophiler-ist-nicht-preiswuerdig-1.3325710

Sicher, Verweise auf die CDU sind nicht selten, gerade wenn es um das Thema Sexualmoral geht – ein Griff ins Klo. Doch in diesem Fall belegen sie, dass die Anspielungen Alexander Morlangs ungeachtet der Ausdrucksweise in der Sache keinesfalls aus der Luft gegriffen sind.

Und auch in Punkto brauner Vergangenheit der Grünen lag Morlang gar nicht so verkehrt:

Rechte Baumschützer & gescheiterte Bewegungslinke gründen grüne Partei

… Schließlich wurde am 17. März 1979 unter maßgeblicher Beteiligung eben dieser genannten rechten Gruppierungen, AUD. GAZ, GLU sowie der Grünen Liste Schleswig-Holstein (GLSH) und dem Achberger Kreis in Frankfurt die Sonstige Politische Vereinigung – Die Grünen (SPV) gegründet. Die Linke war bei diesem Treffen nur marginal vertreten. Von insgesamt 500 Teilnehmern wurden nur 15 Vertreter der linken Listen zugelassen. Am 3.-4. Februar traf sich der Koordinierungsauschuß und beschloß endgültig die Beteiligung an der Europawahl …“ – http://www.trend.infopartisan.net/trd0105/t350105.html

Fazit:

Sicherlich kann man Alexander Morlang den Vorwurf machen, mitunter nicht gerade das diplomatische Tanzbein auf dem politischen Parkett zu schwingen. Doch, mal ehrlich, da gab und gibt es noch ganz andere Kaliber. Abgesehen davon ist er mit seinen Äußerungen jedoch – wenn überhaupt – inhaltlich nicht weit von der Sachlage entfernt.

Deshalb entspringt die aktuelle Sabotage Alexander Morlangs auch keiner berechtigten inhaltlichen Kritik, sondern niedersten parteipolitischen Kalkül. Die hierzu seitens der SPD und der Grünen vorgeschobenen Gründe zielen auf eine zutiefst kleinbürgerlich geprägte Doppelmoral, die für diese Gesellschaft ein weitaus größeres Problem darstellt, als die Äußerungen des zuweilen etwas temperamentvollen Piraten.

Eine Partei, welche die Zeit dazu findet, sich bezüglich vermeintlich unflätiger Äußerungen dritter – ungeachtet der Sachlage – moralisch betroffen zu geben, derweil sie mit Hochdruck daran arbeitet, den Sozialstaat zu sabotieren, ist nicht ernst zu nehmen.

Die Berliner SPD täte gut daran, erst einmal – endlich! – ihren als „Partylöwen“ und „Champagner-Klaus bekannten Bürgermeister Klaus Wowereit aus dem Verkehr zu ziehen, bevor sie auf die Ausschussvorsitze anderer Parteien zu schielen beginnt.

Die Piratenpartei ringt um nichts geringeres, als die Evolutionierung unserer Demokratie hin zu möglichst offenen und transparenten politische Strukturen. Dass es im Zuge eines solch gewagten wie brisanten Unterfangens aus einer solch jungen Bewegung mitunter zu Emotionen kommt, ist mehr als verständlich. Weitaus weniger verständlich ist es jedoch, wenn nun ausgerechnet jene unter dem Deckmäntelchen einer ominösen Moral lautstark zu poltern beginnen, die bereits seit Jahren dabei sind, Sozialstaat und Demokratie zu sabotieren.

[Ed.]

Dieser Beitrag spiegelt weder die Meinung der Piratenpartei noch der ehrenwerten Crew Konrad Zuse.
Die im Beitrag befindlichen Verweise habe ich als erste Hinweise spontan zusammen gesammelt, für die Integrität der jeweiligen Quellen verbürge ich mich ausdrücklich nicht.

www.edmundpiper.de
Foto: CC-BY-NC Berthold Stadler / Piratenfraktion

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